Datum: 20.01.2010
Zeitung: Neue Nidwaldner Zeitung
Author: Kurt Liembd

Nachgefragt

… bei Tobias von Arb, Dirigent Orchesterverein Nidwalden

Schafft das ein Laienorchester?
Am Wochenende lädt der Orchesterverein Nidwalden zum Neujahrskonzert. Auf dem Programm stehen russische Meisterwerke mit weltbekannten Komponisten wie Mussorgsky, Liadow oder Tschaikowsky. Wir wollten vom Dirigenten wissen, wie er die «russische Seele» mit dem Laienorchester herbeizaubern will.

Weshalb soll man Ihr Konzert am Wochenende besuchen?
Tobias von Arb: Der Orchesterverein kann zwar nicht mit einem professionellen Weltorchester verglichen werden. Das heisst aber nicht, dass wir schlechter spielen, wir haben nur andere Bedingungen. Ein regionales Laienorchester bereitet sich Monate auf seinen grossen Auftritt vor. Hier liegt der Reiz: Zu spüren, dass wir wie eine grosse Familie funktionieren. Zudem: Wir treten in einer Grossformation auf, wie es sie in Nidwalden noch selten gab. 62 Musiker formieren sich zu einem Sinfonieorchester.

Wie kamen Sie auf die Idee mit rein russischer Musik?
von Arb: Ich wollte einen roten Faden im Programm. Da ich bereits zwei ideale und selten gehörte Werke von Liadow und Strawinsky hatte, war es naheliegend, die russische Seele als roten Faden durchzuziehen.

Was heisst russische Seele?
von Arb: Die russischen Komponisten, die wir aufführen, hatten ein starkes Interesse an der Volksmusik, die deshalb zu einem wesentlichen Charakteristikum des russischen Nationalstils wurde. Insofern ist die russische Sinfonik seelenverwandt mit der übrigen Kultur und seiner Bevölkerung.

Hatten Sie nie Bedenken, damit die Laienspieler zu überfordern?
von Arb: Zu Beginn hatte ich schon mal schlecht geschlafen. Wenn ich aber sehe, mit welcher Hingabe die Spieler die Musik inzwischen verinnerlicht haben, kann ich das ganze Programm zu 100 Prozent verantworten. Es macht an jeder Probe ausserordentlich Freude, in diese musikalischen Kunstwerke einzudringen, und dies hoffe ich auch fürs Publikum.

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